Gold 2026 im Blick: Warum Citi mit Rückenwind rechnet
Gold könnte mit Schwung in das Jahr 2026 starten. Nach Einschätzung der Citi Group bleibt der Edelmetallmarkt kurzfristig klar unterstützend. In einer aktuellen Analyse haben die Strategen ihre Preisziele für die kommenden Monate angehoben. Gold könnte demnach bereits im ersten Quartal 2026 die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze erreichen. Auch für Silber erwartet Citi weiter steigende Notierungen.
Die Begründung reicht dabei über klassische makroökonomische Argumente hinaus. Neben geopolitischen Risiken und geldpolitischer Unsicherheit rücken zunehmend logistische Faktoren und handelspolitische Entscheidungen in den Fokus. Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass Preisbewegungen derzeit schneller und stärker ausfallen als in ruhigeren Marktphasen.
Warum der Jahresauftakt 2026 entscheidend werden könnte
Citi sieht vor allem das erste Quartal 2026 als Phase mit erhöhtem Aufwärtspotenzial. Gold profitiert in unsicheren Zeiten traditionell von seiner Rolle als Absicherungsinstrument. Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in eine dauerhaft stabile geopolitische und wirtschaftliche Lage begrenzt.
Zu den wichtigsten kurzfristigen Treibern zählen aus Sicht der Analysten:
- anhaltende geopolitische Spannungen
- Unsicherheiten rund um die Unabhängigkeit der US-Notenbank
- physische Engpässe und Umlagerungen im Metallhandel
Besonders Silber zeigt laut Citi aktuell eine hohe Preissensitivität gegenüber Lagerbewegungen. Diese Dynamik kann sich auch auf Gold auswirken, da viele Marktteilnehmer Edelmetalle nicht isoliert, sondern als Teil eines gemeinsamen Rohstoffexposures betrachten.
Handelspolitik als unterschätzter Einflussfaktor
Ein zentraler Aspekt der Citi-Analyse ist die US-Handelspolitik. Im Fokus stehen mögliche Entscheidungen im Rahmen der sogenannten „Section 232“-Verfahren zu kritischen Mineralien. Bereits die Erwartung potenzieller Zölle oder Handelsbeschränkungen kann Lieferketten beeinflussen und Metallströme umlenken.
Citi beschreibt zwei denkbare Szenarien:
- Restriktive Maßnahmen:
Höhere Zölle könnten dazu führen, dass physisches Metall verstärkt in die USA verlagert wird. Das würde regional zu Knappheit führen und kurzfristig preistreibend wirken. - Entspannung durch politische Klarheit:
Fällt die Entscheidung weniger restriktiv aus, könnten zuvor aufgebaute Lagerbestände wieder abfließen. Das würde den Druck auf die Preise reduzieren.
Vor allem bei Silber sieht Citi hier ein erhöhtes Korrekturrisiko. Eine stärkere Gegenbewegung könnte auch Gold und andere Metalle kurzfristig belasten, da Positionierungen häufig über mehrere Rohstoffe hinweg miteinander verknüpft sind.
Blick über Gold hinaus: Verschiebung im Jahresverlauf möglich
Trotz des positiven Startszenarios für Gold rechnet Citi im weiteren Verlauf des Jahres 2026 mit einer möglichen Verschiebung der Marktaufmerksamkeit. Sollten sich geopolitische Spannungen entspannen und wirtschaftliche Stabilisierungstendenzen durchsetzen, könnte die Nachfrage nach klassischen Sicherheitsanlagen nachlassen.
In diesem Umfeld könnten Industriemetalle wie Kupfer oder Aluminium stärker in den Fokus rücken, gestützt durch strukturelle Investitionen in Infrastruktur, Elektrifizierung und Energiewende. Gold bliebe zwar relevant, könnte aber anfälliger für Korrekturen werden als andere Rohstoffe.
Was Anleger jetzt wissen sollten
Die Citi Group zeichnet für 2026 ein differenziertes Bild. Kurzfristig sehen die Strategen erhebliches Aufwärtspotenzial für Gold, getragen von Unsicherheit, politischem Risiko und logistischen Effekten. Für den weiteren Jahresverlauf steigt jedoch die Bedeutung handelspolitischer Entscheidungen und globaler Kapitalströme.
Für Anleger bedeutet das: Gold bleibt ein wichtiger Bestandteil in einem unsicheren Umfeld, verlangt aber 2026 eine genauere Beobachtung der politischen und strukturellen Rahmenbedingungen als in den Jahren zuvor.

